RGA: Knapp 200 Grundschüler schwimmen um die Wette


Severin Westenhöfer ist sichtlich abgekämpft. Er steht im Zuschauerbereich des Sportbads am Park, die Haare unter seiner Mütze sind noch nass. „Ich bin in fast allen Disziplinen angetreten“, erzählt der Neunjährige stolz. Schwimmen mache ihm einfach Spaß. Mit dieser Meinung stand der Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Siepen gestern nicht alleine da. Knapp 200 seiner Altersgenossen gaben beim jährlichen Schwimmwettkampf der Remscheider Grundschulen alles.
Veranstaltet wurde die Aktion vom Ausschuss für Schulsport, ausgerichtet von der SG Remscheid in Zusammenarbeit mit den Grundschulen. Bei Uli Kohlstedt und Bettina Krzyzaniak von der SG liefen die Ergebnisse der 67 Läufe in zwölf Disziplinen zusammen. Nach jedem Durchgang gaben sie die Ergebnisse in ein Computersystem ein. Das erleichtert nicht nur das Erstellen einer Rangfolge, sondern ermöglicht den Vereinen im Nachhinein, die Zeiten zu vergleichen. „Hier kann man als Trainer gut ein paar Talente entdecken“, sagte Kohlstedt.

Geschwommen wurde nach Geschlechtern getrennt Freistil, Brust und Rücken über jeweils 25 Meter. Zudem gab es jeweils einen Staffelwettbewerb für Jungen und Mädchen. Bei beiden gingen elf Mannschaften aus zehn Grundschulen an den Start.
Das Seepferdchen bedeutet nicht, dass Kinder schwimmen können „Die Kinder haben so einen Spaß dabei. Die Stimmung während der Staffeln war ohrenbetäubend“, sagte Uli Kohlstedt. Tatsächlich zeigten die Schwimmer nicht nur im Becken großes Engagement, sondern auch am Rand beim Anfeuern ihrer Freunde. Applaus und großen Jubel gab es bei der Ehrung der Sieger des Staffelwettbewerbs.
Beileibe nicht alle Grundschüler fühlen sich im Wasser so wohl wie die Starter des gestrigen Tages. Eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft ergab im vergangenen Jahr, dass fast 60 Prozent der Grundschüler laut eigenen Aussagen nicht oder nur schlecht schwimmen können.
Da scheint es wie ein Widerspruch, dass Uli Kohlstedt, Sprecher der Fachschaft Schwimmen, von „vollen bis übervollen“ Nichtschwimmerkursen in den Remscheider Vereinen berichtet. Allerdings sage diese Beobachtung allein wenig aus. „Viele Eltern denken, es reicht, wenn ihre Kinder das Seepferdchen haben“, erklärte der 56-Jährige. Für weitere Schwimmkurse fehle wegen des Ganztagsunterrichts teilweise die Zeit.
In anderen Fällen entscheiden sich die Kinder für andere Sportarten oder Musikunterricht. In der knapp bemessenen Freizeit der Kinder zieht das Schwimmen zugunsten anderer Aktivitäten den Kürzeren. Laut Kohlstedt ist aber nach dem Seepferdchen eine „solide weitere Ausbildung“ nötig, damit sich der Nachwuchs sicher im Wasser bewegen kann. „Das ist vor allem in unplanbaren Situationen bedeutsam. Etwa, wenn ein Kind im Urlaub in den Pool fällt“, ergänzt Bettina Krzyzaniak.
Aus diesem Grund haben Sandra und Armin Westenhöfer ihren Sohn Severin im Schwimmverein angemeldet. Inzwischen hat er das Schwimmabzeichen in Silber, trainiert zweimal wöchentlich und tritt bei Wettkämpfen für die SG Bergisch Land an. Nach einem anstrengendem Wettkampf wie gestern liegen die Vorteile seiner Lieblingssportart für den Neunjährigen auf der Hand: „Man bewegt sich, ohne richtig zu schwitzen.“

Remscheider General-Anzeiger

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